Geschichte

Oberlauda kann mit Stolz auf eine alte Fasnacht zurückblicken. Schon früher verstand man es , sich in der Fasnachtszeit zu maskieren , von Haus zu Haus zu ziehen und "Faschenoocht" zu feiern.

Das närrische Geschehen im Dorf war bis 1955 mal mal stärker , mal schwächer ausgeprägt. Am 11.11.1955 wurde dann die Narrengesellschaft gegründet . Als Symbol haben wir einen Ratz (Iltis-Baummarder) oder in öwerlaüdemerisch einen Rootz (ausgesprochen Rooootz). Wie erzählt wird , soll das willige und wendige Wesen der Bürger und ihre Art sich schnell wohnlich einzurichten , zu dem Namen geführt .

Mit großem Start begann die Fasnacht 1956. Seit dieser Zeit ziehen alljährlich am Rosenmontag ein Fasnachtszug und am Fasnachtsdienstag ein Kinderumzug durch die Straßen . 1958 wurden erstmals die beiden Auguste in die am Lindenbaum (gepflanzt 1871) angebrachte "Hängende Bütt" gezogen. Diese Handlung gilt als Attraktion jedes Rosenmontagsumzges. Eine weitere Attraktion ist die aus Kindern und Erwachsenen bestehende Bajazzgruppe , die am Rosenmontags- , Kinder- und bei Narrenringumzügen aktiv dabei sind seit dem 13.02.1976 .

Aber nicht nur auf der Straße , sondern auch im Saal < anfangs in der "Linde" , dann seit 1964 in der Turn- und Festhalle > wird Fasnacht betrieben. Große Maskenbälle , eine Fremdensitzung und eine Kindersitzung ergänzen das reichhaltige Fasnachtsprogramm der Narrengesellschaft .So wird heute in Oberlauda die Fasnachtszeit als die 5. und schönste Jahreszeit angesehen . 

Beim 11-jährigen Jubiläum gab sich der Verein unter dem 1.Vorsitzenden Bernd Renk eine Satzung , in der dem Präsidenten die Repräsentation und dem Vorsitzenden die Organisation übertragen wurde. Ab 1968 wurde aus dem Prinzenball der Bauernball "Sau Glück" der immer am Fasnachtssamstag abgehalten wurde und wird. Von 1972 bis 1990 kam alljährlich an einem Sonntag Anfang Dezember der Niklolaus im Haagwald zu Kindern auf die Initiative der Narrengesellschaft hin. Seit 1973 hält die Narrengesellschaft kurz nach der Saison ein Abschlußabend an dem allen Helfern und Aktiven als kleines Dankeschön ein Essen und ein Getränkebon in musikalischen Rahmen angeboten wird. Von 1978 an findet jedes Jahr ein Schlachtfest bei Anton Brennfleck (Elferrat) für den Bauernball statt. 

Im Jahre 1980 , anläßlich des 25-jährigen Vereinsjubiläums , errichtete der Verein einen "Rootzenbrunnen" , der in der Bunnenstraße (Durchgangsstraße L511) seinen Aufstellungsplatz fand. Im selben Jahr wurde zum ersten Mal die Alois-Eckert-Behindertenwerkstätten besucht und seit dem immer alljährlich ein bunter Fasnachtsnachmittag veranstaltet. 1982 baute der Narrenverein den in einem desolaten Zustand befindlichen früheren Schulsaal im Obergeschoß des ehemaligen Rathauses zu einem Vereins- und Probenraum aus. Diser wurde am 10.09.1983 eingeweiht. Die Narrengesellschaft ist seit 1983 Mitglied im Narrenring Main-Neckar e.V. und seit 1985 Mitglied im Bund Deutscher Karneval (BDK)

Seit 1985 wird am Fasnachtsdienstag nach der Kindersitzung abends im Gasthaus "Zur Linde" ein gemütlicher Fasnachtsausklang gefeiert. Beim 33-jährigen Jubiläum 1988 wurde ein großes Zeltfest vom 24. bis 27.Juni gefeiert. In diesem Jahr gründete sich auch die Rootzengruppe welche bis heute noch eigenständig aktiv sind. Die Narrengesellschaft gab sich im Jubiläumsjahr eine Standarte , welche von diesen Zeitpunkt an alle Umzüge anführte .1999 wurde das 44-jährige Jubiläum wiederum mit einem großen Zeltfest begangen bei dem es am Sonntag so heiß war das die Narrengesellschaft "Strumpfkapp" Lauda e.V. in Badeklamotten und mit einem Gummiboot am Umzug teilnahm. 

Am 31.12.1999 veranstaltete das Gasthaus "Zur Linde" in der Turnhalle eine Milleniumsparty welche die Narrengesellschaft um 0.00 Uhr mit dem Feuerwerk 2000 (aus Spenden und Zinsen bezahlt) umrahmte.Im Jahre 2000 feierten wir 20 Jahre Rootzenbrunnen. Nach einem Gläschen Sekt am Rootzenbrunnen folgte ein ausgiebiges Vesper bei Kurt Stephan im Eulenhof wo wir noch einige närrische Stunden erlebten. 

Das 25 jährige Bestehen der Bajazzgruppe im Jahre 2001 wurde gebührend bei einem Grillnachmittag auf dem Schloßberg gefeiert. Wegen starken Regens wurde der Schloßberg einfach in die Narrenscheune verlegt. Die "Hängende Bütt" wird am Rosenmontag 2002 zum 44. mal an den Lindenbaum gehängt nachdem sie 1991 nicht wegen des Golfkrieges nicht aufgehängt worden war.

Da im Jahr 2003 der Lindenbaum wegen Krankheit gefällt werden musste, wird jedes Jahr ein Narrenbaum ,der von zwei Bajazzen beflankt wird ,aufgestellt, von dem die zwei Auguste ihre närrischen Worte an das Volk richten.

Zum 50.jährigen bestehen feierte die NG im Sommer 2005 , ein Fest , welches von einer großen Ausstellung an Bilder aus 50 Jahren und ausgesuchten Exponaten bestand .

Im Jahre 2010 sollte der Verein eines seiner vielleicht größten Lebenssignale senden. Anlässlich des 55. Jubiläums wurde der größte in Oberlauda je dagewesene Umzug durch die Gassen geführt. Aufgrund der ca. 1600 aktiv am Umzug teilnehmenden Personen (Vereine aus dem Narrenring sowie Gruppen und Vereinigungen aus nah und fern) musste der Umzug in Lauda aufgestellt werden. Über 6000 Zuschauer konnten dieses närrische Spektakel miterleben und sehen, wie die Narrenhochburg Oberlauda Faschenocht feiert. Zu keinem Zeitpunkt der Geschichte befanden sich an einem Tag mehr Personen in Oberlauda.

Die folgenden Jahre standen im Zeichen des Umbruchs. Mit großem Engagement wurde an der Neugewinnung von Fasnachtsbegeisterten gearbeitet. 

Im Jahre 2014 gelangte die Narrengesellschaft endgültig zum Weltruhm. Der Fernsehsender SWR begleitete uns durch die Kampagne (Fremdensitzung / Kesselfleischessen / Sitzung Lauda). Das dabei für die Ewigkeit Aufgenommene wurde in der Landesschau am Fasnachtsdienstag 2014 ausgestrahlt. Wer fragt seit dem noch nach Mainz oder Köln. 

Mit gesundem Ehrgeiz (und einem Augenzwinkern) ist man 2015 ins Jubiläumsjahr (60 Jahre NG Oberlauda gestartet). Das Motto – die Nummer 1 der Welt sind wir. Dabei gelang der NG der wohl größte und denkwürdigste Gastauftritt der Vereinsgeschichte. Über 111 Personen nahmen am Auftritt bei der Sitzung der NG Lauda teilt (mit dabei alle Gruppierungen von Oberlauda).

Dem nicht genug bildete die NARRENHOCHBURG OBERLAUDA nur wenige Tage später mit 333 Personen den Höhepunkt des Umzuges des Narrenring Main-Neckars bei unseren Freunden den Strumpfkappen aus Lauda.

Das passende Vereinsjubiläum beging man im Sommer (24 – 26 Juli 2015).

Am ersten Tag wurde eine Weinprobe mit über 50 Pers. im Weingut Mahler in Lauda durchgeführt. Der zweite Tag stand vollkommen im Bereich des Erinnerns und des Gedenkens. Dabei wurden Videos der letzten Jahrzehnte gezeigt.

Das Jubiläum klang mit einem Weißwurstfrühstück am dritten Tage aus.

Die große Überschrift der Kampagne 2016 war „300 um Acht“. Dabei wollte die NG erreichen, dass bei Oberlaudaer Bällen wieder ab 20.00 Uhr mit mindestens 300 Personen in den Abend gestartet wird. Im Vorjahr waren es zu diesem Zeitpunkt beim Bauernball 12. Erinnerungen an frühere und große Zeiten unsere Bälle sollten wieder aufleben. Man hatte sich zum Ziel gesetzt dem Trend, erst am späten Abend auf Veranstaltungen zu gehen und dort vorgeglüht zu erscheinen, entgegen zu wirken. Das ehrgeizige Ziel wurde lange im Vorfeld belächelt und als aussichtslos bezeichnet. Umso schöner, dass nach langem und intensivem Einsatz 492 fasnachtsbegeisterte Personen um „Acht“ beim Bauernball begrüßt werden konnten. Die erste von den Ballteilnehmen selbst im Vorfeld gewählte Hitparade mit den Liedern der Öwerlaüder Faschenocht wurde dabei gestartet. 

Das Jahr 2017 wird unter dem Motto stehen „Öbs bewegt sich“, das meint zum Einen, dass in Oberlauda die Faschenocht noch in vollem Gange ist aber auch,  dass jeder gebraucht wird, um das Brauchtum und die Tradition der Faschenocht in Oberlauda weiterhin hoch zu halten und dies getreu dem Motto unseres bereits verstorbenen Ehrenpräsidenten Otmar Ebert – unsere Faschenocht soll sauber bleiben.